VERAH Andrea Schreiter aus Pforzheim entlastet ihren Chef Dr. Peter Engeser durch die Übernahme von Routinehausbesuchen.

9 von 10 Patienten fühlen sich im Kardiologievertrag besser versorgt

Das ergab eine wissenschaftliche Befragung von 800 herzkranken Teilnehmern des Facharztprogramms von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK. Mehr als 95 Prozent fühlten sich ausreichend über ihre Erkrankung, die Behandlungsmöglichkeiten und den weiteren Verlauf informiert. Fast 100 Prozent nahmen ihre Medikamente wie verordnet ein.

Die Wissenschaftler führen die positiven Ergebnisse maßgeblich darauf zurück, dass Kardiologen in der alternativen Versorgung mehr Zeit für ihre Patienten haben, um sie umfangreicher beraten und intensiver behandeln zu können. Die Befragung fand im Rahmen einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) im Zuge des Innovationsfonds geförderten Evaluation des Facharztvertrags Kardiologie statt. Sie belegte unter anderem für Versicherte mit chronischer Herzinsuffizienz und koronarer Herzkrankheit eine signifikant geringere Sterblichkeit.

Hervorragende Überweisungsquote
Die Patientenbefragung wurde in 34 Arztpraxen durchgeführt. 95 Prozent der Patientinnen und Patienten waren bei der AOK und 5 Prozent bei der Bosch BKK versichert. Ein wesentliches Merkmal des Haus- und Facharztprogamms ist, dass der Hausarzt eine Koordinierungsfunktion übernimmt und eng mit dem Kardiologen zusammenarbeitet. Die Überweisungsquote im Facharztvertrag liegt bei nahezu 100 Prozent, in der Kontrollgruppe der Regelversorgung bei lediglich zwei Drittel.

Die bessere Koordination bestätigt auch die Befragung. 97 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Behandlung ihrer Herzerkrankung gut organisiert ist. 92 Prozent gaben an, dass die Behandlung nach einem stationären Aufenthalt problemlos funktioniert hat.

Teilnehmer fühlen sich gut informiert
In einem Regressionsmodell untersuchten die Wissenschaftler auch den Stellenwert einzelner Faktoren auf die Gesamtzufriedenheit mit dem Vertrag. Es zeigte sich, dass die Informiertheit über die eigene Krankheit und deren Behandlung den wichtigsten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patienten hat. Danach folgte die Patientenorientierung, ermittelt anhand der Zeit, die sich der Arzt für seine Patienten nimmt. An dritter Stelle erfolgt die Gesundheitsförderung, gemessen daran, ob die Patienten ausreichend über nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie zum Beispiel Umstellung der Ernährung, mehr Sport und weniger Nikotin/Alkohol informiert wurden.

Insgesamt stellten die Wissenschaftler fest, dass die Zufriedenheit der Patienten bezüglich der abgefragten Aspekte häufig 90 Prozent und mehr aufwies und die Befragten mit ihrer Teilnahme am Facharztprogramm sehr zufrieden waren. Auffällige Verbesserungspotenziale von 20 Prozent oder mehr konnten mit Ausnahme der Wartezeiten nicht festgestellt werden. Die Befragung erfolgte unter Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem aQua-Institut für Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen.

 

0 Kommentare

Kommentar zum Thema schreiben

Meistgelesene Beiträge

      • Was macht ein Pandemie-Beauftragter? Martin Holzapfel ist Regionalvorsitzender von MEDI Nordbaden und Pandemie-Beauftragter der KV-Region Baden-Baden/Rastatt. Das bedeutet für den Allgemeinmediziner zusätzliche Arbeit, die er neben seiner Corona-Schwerpunktpraxis übernommen hat.

      • Eheringe und Gelnägel: In der Praxis erlaubt? Eigentlich weiß jede MFA und jeder Arzt, dass weder Nagellack noch lange Fingernägel, Ringe und Armbänder in die Praxis gehören. Trotzdem sieht man in zahlreichen Arztpraxen gestylte Fingernägel und Schmuckstücke an den Händen. Ein Faktencheck der typischen Einwände.

      • Keine Angst vor der Blutabnahme Der Kontakt mit Blut bei der Versorgung von Wunden oder bei der Blutabnahme gehört zum Alltag jeder MFA. Aber was tun, wenn der Anblick von Spritzen, Blut & Co. Angst auslöst? Wie können Ärztinnen und Ärzte ihre Mitarbeiter mental unterstützen? MEDI-Psychotherapeut Dr. Matthias Hammer hat ein paar Tipps.

Neue Beiträge

Was macht ein Pandemie-Beauftragter? - Martin Holzapfel ist Regionalvorsitzender von MEDI Nordbaden und Pandemie-Beauftragter der KV-Region Baden-Baden/Rastatt. Das bedeutet für den Allgemeinmediziner zusätzliche Arbeit, die er neben seiner Corona-Schwerpunktpraxis übernommen hat.
Influenza Kassettentest zum exklusiven Vorteilspreis - Im Dezember bieten wir Ihnen den Influenza A+B-Ideal-Kassettentest zum exklusiven Vorteilspreis an. Der Test weist die A- und B-Viren sowie die Influenza A-Untergruppen H1N1 und H3N2 nach. Die Kassettentests sind in 10er- oder 25er-Paketen erhältlich.
Corona-Schutzpaket: Jetzt für den Winter rüsten - Sind Sie gut auf den bevorstehenden Corona-Winter vorbereitet? Von Nitril-Handschuhen über COVID-19 Schnelltests bis zu Luftdesinfektionsgeräten – die MEDIVERBUND AG bietet Praxen hochwertige Schutzmaterialien zu attraktiven Preisen an.