Expertentipps: Schöne Haut – trotz Maske

Von morgens bis abends mit Schutzmaske zu arbeiten, kann unsere Haut ganz schön strapazieren. Wie kann man in diesen Zeiten die Haut am besten pflegen? MEDI-Dermatologe Dr. Benjamin Durani wird das von vielen Patientinnen und Patienten in seiner Praxis gefragt und hat ein paar wirkungsvolle Tipps.

MEDI: Kann es durch das Tragen der Masken zu Hautunreinheiten kommen?

Durani: Wenn die Masken lange getragen werden, kann es durch das ständig feuchte Hautmilieu und das Reiben der Maske auf der Haut zu Unreinheiten im Gesicht kommen. Wenn man die Maske nur fünf Minuten im Supermarkt trägt, ist das natürlich kein Problem, aber je länger man die Maske trägt, desto höher ist das Risiko für Hautunreinheiten.

MEDI: Was kann man dagegen tun?

Durani: Am besten die Schutzmasken regelmäßig zum Lüften abnehmen. Ich lege bei Tätigkeiten, bei denen kein Ansteckungsrisiko besteht, die Maske zur Seite. Das heißt, dass die Maske nicht einfach unter das Kinn gezogen, sondern richtig abgelegt wird, damit sie trocknen kann. Außerdem sollten die Masken regelmäßig gewechselt oder zumindest täglich desinfiziert werden. Bei OP-Masken ist das schwierig, aber FFP2-Masken oder Stoffmasken können im Sterilisator gereinigt werden.

MEDI: Welche Pflege braucht unsere Haut in Coronazeiten?

Durani: Durch den dauernden Wasserdampf trocknet die Haut eher aus. Am besten morgens und abends eine leichte Pflegecreme auftragen. Bei normaler Haut nicht zu fette Cremes verwenden. Bei trockener Haut sollte eine reichhaltige Creme eher nach der Arbeit benutzt werden, wenn die Maske nicht mehr getragen werden muss. Das Gesicht sollte abends am besten mit Wasser oder alternativ mit einer milden Waschlotion gereinigt werden.

Menschen mit Akne oder Rosacea sollten weiter ihre speziellen Cremes anwenden, aber mit zeitlichem Abstand, bevor sie die Maske aufsetzen. Die Creme sollte vorher gut einziehen.

Bei Herpes ist ein Herpespflaster zu empfehlen. Die Maske reibt sonst über den Herpes und verteilt die Viren im gesamten Gesicht.

MEDI: Was ist mit Make-up unter der Maske?

Durani: Am besten gar kein oder sehr wenig Make-up verwenden. Das ist nicht gut für die Haut und verschmutzt die Maske. Make-up im Augenbereich oder auf der Stirn ist kein Problem – den Rest des Gesichts kann man durch die Maske sowieso nicht sehen.

MEDI: Was tun bei Pickel und Co.?

Durani: Eine leichte und nicht zu reichhaltige Pflegecreme anwenden, wie die Cremes beispielsweise von Roche oder Eucerin, die auch für Akne eingesetzt werden. Die sind auch für eher fettige Haut gut geeignet. Und Masken einsetzen, die nicht an der Hautoberfläche reiben. Also lieber eine weiche Stoffmaske aus Seide statt einer Wollmaske oder OP-Maske nutzen.

MEDI: Was beobachten Sie in Coronazeiten in Ihrer Praxis?

Durani: Die Patienten stellen durch das Masketragen mehr Fragen zur Hautpflege. Wir beobachten außerdem eine Zunahme an Handekzemen durch das häufige Händewaschen. Wir empfehlen, die Hände nach jeder Desinfektion mit einer Creme zu pflegen. Abends kann eine stark rückfettende Salbe aufgetragen werden, die über Nacht einwirkt. Und: Beim Händewaschen nicht zu heißes Wasser verwenden. Das trocknet die Hände zusätzlich aus.

Weitere Infos von Dr. Benjamin Durani zur Handpflege finden Sie hier.

Tanja Reiners

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