Neue Software für Covid-19-Patienten im AOK-Hausarztvertrag

HZV-Praxen steht mit CovidCare eine Software zur Verfügung, die die Versorgung von Covid-19-Patienten verbessert und Hausärztinnen und -ärzte entlastet. Im Fokus sind Patienten, die zu einer vom RKI definierten Risikogruppe gehören. Entwickelt wurde CovidCare von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg.

CovidCare dockt an das hausarztpraxisbasierte Case Management für chronisch kranke Patienten (PraC-Man) an. Dessen Herzstück, die CareCockpit-Software, ermöglicht ein strukturiertes Monitoring, welches telefonisch durchgeführt werden kann und eine einfache und einheitliche Dokumentation vorhält. CovidCare ermögliche so eine gezieltere und sichere Patientenbetreuung und trage dazu bei, Verschlechterungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen, so die Vertragspartner.

„Die softwaregestützte Verlaufskontrolle mit Terminübersicht und Visualisierung auf einer Zeitachse sind sehr benutzerfreundlich“, erklärt Dr. Thomas Heyer vom Hausärzteverband Baden-Württemberg. Es ermögliche eine bessere Wahrnehmung und Einschätzung des Krankheitsverlaufs und ein frühestmögliches Erkennen einer Verschlechterung. „Ich kann den Einsatz von CovidCare auch Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die noch keine Erfahrungen mit PraCMan gemacht haben“, so Heyer weiter.

VERAH sind mit an Bord
CovidCare besteht aus den drei Elementen Patientenanlage, Assessment und Telefonmonitoring. Die strukturierte Versorgung erfolgt unter Einbeziehung einer VERAH. Profitieren können von dem neuem Modul Versicherte im AOK Hausarztprogramm, auch Patienten in Pflegeheimen können teilnehmen. Die Praxen können pro Krankheitsfall 40 Euro zusätzlich abrechnen. Teilnahmevoraussetzung ist die Durchführung einer 30-bis 60-minütigen Onlineschulung für die VERAH. Für die Hausärzte wird ebenfalls eine 15- bis 30-minütige Onlineschulung angeboten.

„Wir haben uns gemeinsam mit den ärztlichen Vertragspartnern für CovidCare entschieden, weil es die Versorgung von Patienten mit Coronainfektionen strukturierter und sicherer macht und gleichzeitig den Hausarzt entlastet. Mit PraCMan verfügen wir bereits seit 2014 über ein etabliertes Versorgungsprogramm, über das derzeit rund 20.000 Versicherte in über 700 Hausarztpraxen versorgt werden“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Wichtige Unterstützung in Zeiten fehlender Schutzkleidung
Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, betont: ”Die hausärztlichen Praxen sind essenziell für die Versorgung von Coronapatienten. Da es dort immer noch an ausreichender Schutzausrüstung mangelt, hilft CovidCare die ambulante Versorgung zu sichern und bietet gleichzeitig bestmöglichen Infektionsschutz für Ärzte und Praxispersonal.“

Das CovidCare-Modul soll kontinuierlich weiterentwickelt und für wissenschaftliche Fragestellungen zur besseren Bewältigung der Coronapandemie genutzt werden. Teilnehmende Praxen können dazu für Patienten, die ihr Einverständnis schriftlich erklärt haben, pseudonymisierte klinische Daten verschlüsselt über einen sicheren unidirektionalen Weg an die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg weiterleiten.

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