Wenn der Chef oder die Chefin plötzlich krank wird …

Nur mal angenommen, Sie wären gestern mit Halsschmerzen, Fieber und Atemnot aufgewacht. Oder ein Unfall hätte Sie direkt auf die Intensivstation befördert. Zahllose weitere Notfälle sind vorstellbar – von Babyblues über Bandscheibe bis Burnout. Würde in so einem Fall in Ihrer Praxis das Chaos regieren?

Natürlich kann jemand bestellten Patienten absagen, ein “Wegen-Krankheit-geschlossen”-Schild aufhängen und hoffen, dass bald wieder alles in Ordnung ist. Nur: Wie geht es weiter, wenn das nicht der Fall ist? Hilfreich wäre eine Art Erste-Hilfe-Ordner (Pappe oder PC – Hauptsache, gut gepflegt!) mit den wichtigsten Informationen für diese Art von Notfall.

Ansprechpartner:
Wer muss über den Ausfall des Praxisinhabers informiert werden? LÄK, KV, Steuerberater – noch jemand? Eine aktuelle Liste oder Datei der wichtigsten Ansprechpartner mit Namen, Kontaktdaten, und Funktionen (KV, Steuerberater, evtl. Rechtsanwalt oder Versicherungsmakler) spart Zeit.

Vertretung:
In welchen Fällen soll eine Vertretung organisiert werden? Für welchen ungefähren Zeitraum macht das Sinn? Gibt es jemanden, der eventuell eine Vertretung übernehmen könnte, beispielsweise ein ehemaliger Assistent oder der ehemalige Praxisinhaber? Gibt es befreundete Kolleginnen oder Kollegen, die im Zweifelsfall einspringen oder beratend unterstützen können?

Finanzen:
Wer ist bankbevollmächtigt für die Praxiskonten? Privatkonten? Zahlung der Gehälter? Steuern? Sozialabgaben? Ist ein Gespräch mit der Bank nötig? Welche Mitarbeiter sind in der Lage, Vorarbeiten für KV- und Privatabrechnungen zu übernehmen?

Versicherungen:
Welche Versicherungen müssen über die krankheitsbedingte Abwesenheit informiert werden: Krankenversicherung? Krankentageversicherung? Krankenhaustagegeldversicherung? Unfallversicherung?

Corona und Versicherung
Gut zu wissen, dass die HDI-Versicherungen das Coronavirus in die Liste der Krankheiten aufgenommen hat, die im Rahmen der gewerblichen Betriebsschließungsversicherung genannt sind. Behördlich angeordnete Betriebsschließungen aufgrund des neuartigen Coronavirus sind folglich mitversichert.

Ebenfalls wichtig ist eine Entscheidung von Versicherungen wie DÄV und HDI, die Quarantäne-Zeiten betrifft. Wenn Sie aus diesem Grund einen Praxisvertreter oder anderes medizinisches Personal einstellen, besteht für diese Versicherungsschutz innerhalb der Berufshaftpflichtversicherung bei der HDI Versicherung AG. Aber findet man überhaupt einen Praxisvertreter? Die Nachfrage nach Vertretungsärzten ist groß, nicht nur Kliniken suchen intensiv nach Personal. Vermittlungsagenturen raten dazu, im privaten Bereich nach Lösungen zu suchen.

Die beste Lösung: Bleiben Sie gesund!

Ruth Auschra

0 Kommentare

Kommentar zum Thema schreiben

Meistgelesene Beiträge

      • Extravergütungen für Privatpatienten gelten rückwirkend Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf die Besonderheiten der Abrechnung in der Coronakrise geeinigt. Rückwirkend ab dem 5. Mai können Ärztinnen und Ärzte die Extravergütungen abrechnen.

      • „Große Praxen trifft es härter“ MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner hat seine Hausarztpraxis auf Corona-Sprechstunden umgestellt. Wie seine Kollegen durch die Krise kommen, für wen es eng werden könnte und was sich künftig in den Praxisabläufen ändern muss, verriet er im Interview mit dem Ärztenachrichtendienst (änd). Wir durften das komplette Interview in unserem Blog veröffentlichen.

      • MFA in der Coronakrise – Respekt! Wochenlang hieß es, Deutschland sei gut auf einen Corona-Ausbruch vorbereitet. Dann tauchten die ersten Ski-Urlauber mit Covid-19 in den Arztpraxen auf, auch im HausÄrzteHaus in Kirchheim/Teck. Und plötzlich veränderte sich der Berufsalltag – auch für die MFA.

Neue Beiträge

Arztkoffer “Rusticana”, Verbandskästen und Beatmungsbeutel - Hochwertige Arztkoffer, Beatmungsbeutel und verschiedene Verbandskästen zu attraktiven Preisen!
MFA in der Coronakrise – Respekt! - Wochenlang hieß es, Deutschland sei gut auf einen Corona-Ausbruch vorbereitet. Dann tauchten die ersten Ski-Urlauber mit Covid-19 in den Arztpraxen auf, auch im HausÄrzteHaus in Kirchheim/Teck. Und plötzlich veränderte sich der Berufsalltag – auch für die MFA.
So gelingt Personalentwicklung - Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Der Steuermann schält Kartoffeln, weil der Koch nicht aus der Koje kommt. Allein versucht ein Matrose, die Segel zu reffen, während die anderen desinteressiert zuschauen. Der Küchenjunge steht strahlend am Ruder und der Kapitän bespaßt die Gäste ...